Die Fraktion „Die Grünen“ Braunlage – St. Andreasberg – Hohegeiß beantragt die Ausarbeitung einer Baumschutzsatzung zum Erhalt des städtischen Grüns, die auf die besonderen Rahmenbedingungen und Anforderungen der Stadt Braunlage mit allen drei Ortsteilen ausgelegt ist.
Begründung
Braunlage, Sankt Andreasberg und Hohegeiß wurden ab 1900 von unseren Vorfahren mit Alleen und Kurparkanlagen als Luftkurorte ausgestaltet, für die damalige Zeit ein Beispiel für gelebten Klimaschutz, auch wenn es diesen Begriff damals noch nicht gab.
Die Menschen haben an sich, ihre Umwelt und ihre Gesundheit gedacht.
Heute sieht die Realität in Braunlage leider anders aus.
In den letzten Jahrzehnten musste eine Vielzahl von Bäumen für den Ausbau von Straßen weichen. Oftmals wurden keine Bäume in die neuen Straßen eingeplant und umgesetzt (Bismarckstraße) oder erst auf massiven Druck engagierter Bürger in geringer Zahl gepflanzt (unterer Teil der Herzog-Johann-Albrecht-Straße). In vielen anderen Straßen wurden alte Bäume entfernt, ohne dass die nötige Nachpflanzung erfolgte.
Als Folge dieser Entwicklung ist der Verlust eines ehemals grünen, einmaligen, für einen Kur- und Erholungsort charakteristischen Stadtbildes festzustellen, das früher einmal bestanden hat und damals wie heute sowohl von Gästen als auch von Einwohnern geschätzt wird und beliebt ist.
Zudem wirkt sich jeder fehlende Baum negativ auf unser Stadtklima und auf die gebotene Anpassung an den Klimawandel aus.
Ob als Windschutz bei Stürmen, Mittel zur Verschattung bei starker Sonneneinstrahlung, zur Regulierung der Lufttemperatur, als Wasserspeicher („Schwammstadt“) oder als Heimat für Vögel und Insekten oder sprichwörtlich als „Augenweide“ für die menschliche Seele – jeder Baum ist wichtig!
Es ist deshalb höchste Zeit dafür, die noch bestehenden Bäume im Stadtgebiet zu erhalten, gegen Beschädigungen und Entnahmen zu schützen, sie ganz besonders zu pflegen und ihren Bestand weiterzuentwickeln.
Es versteht sich von selbst, dass gesetzliche Vorgaben zum Schutz von Stadtbäumen als Selbstverständlichkeit bei Baumaßnahmen umgesetzt und einzuhalten sind. Dies ist aktuell bei Tief- und Straßenbauarbeiten in der Stadt nicht ausreichend der Fall, wie wir leider immer wieder feststellen mussten (etwa bei den jüngsten Kabelverlegungsarbeiten im Zuge der Nachrüstung der Lichtsignalanlage an der Straßeneinmündung vor „Puppe’s“, oder den Sanierungsarbeiten an der Dr.-Kurt-Schröder-Promenade).
In den kommenden Jahren ist die Sanierung der Ortsdurchfahrt Braunlage geplant. Zum Erhalt des wertvollen Baumbestands an diesen Straßen ist es dringend erforderlich die gesetzlich vorgesehenen Schutzmaßnahmen anzuordnen, durchzuführen und deren Einhaltung zu überwachen.
Mit der Baumschutzsatzung sollen folgende Ziele verfolgt werden:
- Erhalt und Verbesserung/Weiterentwicklung des charakteristischen grünen Stadtbildes als Kur- und Erholungsort mit Alleen und Grünanlagen
- Revitalisierung/Wiederherstellung der ortstypischen Alleen
- Erhaltung von 100-jährigen Einzelbäumen als Naturdenkmäler
- Verbesserung der Luftqualität
- Regulierung der Temperatur (Verbesserung Mikroklima)
- Minderung der verkehrsbedingten Lärmbelastung
- Steigerung der Aufenthaltsqualität
- Versickerung, Wasserspeicherung, Reduzierung des Regenwasserabflusses
- Positive Auswirkung auf den CO₂ -Haushalt
- Beitrag zur biologischen Vielfalt, zum Natur- und Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel
Wir fordern die Verwaltung auf, eine auf die besonderen Rahmenbedingungen und Anforderungen der Stadt Braunlage abgestimmte Baumschutzsatzung auszuarbeiten und zeitnah zur Beratung in den politischen Gremien und zur Diskussion in der Öffentlichkeit vorzulegen.
gez.
Cornelia Ehrhardt Johannes Barner